Kennst du eigentlich den Gurkenradweg? Wenn nicht, dann wird es höchste Zeit, das zu ändern. Der Gurkenradweg ist ein 260 Kilometer langer Rundweg in Brandenburg und führt dich mitten durch den idyllischen Spreewald.

Auf deinem Weg wirst du von viel Grün, ruhigen Bächen und verschlafenen Ortschaften begleitet. Egal, ob du entspannt radelst oder richtig Gas geben möchtest, der Weg hat für jeden etwas zu bieten und lässt sich super an die eigenen Bedürfnisse anpassen. In diesem Artikel erzähle ich dir von meinen Erfahrungen auf dem Gurkenradweg und nehme dich mit auf meine vier Etappen durch den Spreewald.
Gurkenradweg Etappe 1
Lübbenau nach Cottbus
Wir starten unsere erste Etappe auf dem Gurkenradweg in der Stadt Lübbenau. In Lübbenau startet nicht nur der Gurkenradweg. Du kannst hier auch etliche andere Unternehmungen planen. Neben vielen Einkehrmöglichkeiten, kannst du von hier aus wandern oder eine Kahnfahrt am Hafen buchen.
Du kannst den Startpunkt für deine Reise auf dem Gurkenradweg aber auch an jeder anderen Stelle wählen. Da der Gurkenradweg ein Rundweg ist, macht es kaum einen Unterschied, wo du startest und wie du dir deine Etappen aufteilen möchtest. Ich nutze für meine Routenplanung eigentlich ausschließlich Komoot und navigiere unterwegs entweder mit dem Wahoo* oder mit dem Beeline*. Geht beides super, je nachdem was dir besser gefällt.
Direkt zu Beginn der Tour tauchst du in eine grüne Landschaft, umgeben von Wasser und Teichen, ein und bist mitten in der Natur. Die Wege zwischen Lübbenau und Cottbus sind wirklich perfekt fürs Radfahren ausgebaut. Die meiste Zeit rollst du leicht über glatten Asphalt und hin und wieder hast du leichte Schotterpisten, die sich aber auch sehr gut befahren lassen.

Wenn du mit viel Gepäck reist, solltest du dich auf jeden Fall darauf einstellen, dass du hin und wieder eine Brücke überqueren musst. Teilweise ist das gut machbar, aber teilweise sind die Brücken auch relativ steil. Ich habe mit meinem verhältnismäßig leichten Gravelbike keinerlei Probleme gehabt. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es nicht ganz leicht ist, ein vollbepacktes Tourenrad oder E-Bike mit Gepäcktaschen die Brücke runter oder hoch zu bekommen. Mit etwas Geschick ist aber auch das sicherlich gut machbar.
Auf dieser Etappe kommst du auch an Orten wie Vetschau und Burg vorbei. Hier kannst du dich gut verpflegen und unterwegs einen Restaurant-Stopp einlegen. Für uns endet die Etappe an diesem Tag nach ca. 55 Kilometern am Bahnhof in Cottbus, von wo aus wir mit dem Regio zurück zu unserer Basis nach Lübbenau fahren.
Falls du den Gurkenradweg in einzelnen Etappen befahren möchtest, kannst du dich über die möglichen Zugverbindungen direkt bei der Deutschen Bahn oder beim VBB (Verkehrsverbund Berlin Brandenburg) über Bahnhöfe und Abfahrtszeiten informieren.


Gurkenradweg Etappe 2
Cottbus – Lübben – Lübbenau
Etappe zwei unseres Fahrradurlaubs auf dem Gurkenradweg beginnt erstmal mit einer Bahnfahrt von Lübbenau nach Cottbus, wo unsere Fahrt am Vortag endete. Ziel war es, von Cottbus bis nach Lübben zu fahren und direkt das Teilstück bis Lübbenau noch abzufahren.
Ab Cottbus Hauptbahnhof starten wir erstmal mit tollen Wegen durch die Natur und genießen die Ruhe des Spreewalds. Wie schon am Vortag begegnen uns so gut wie keine Menschen. Wir sind den Weg über Ostern gefahren und hatten damit gerechnet, dass die meisten Wege überfüllt sind, aber das komplette Gegenteil ist der Fall. Hier kannst du wirklich runterkommen und abschalten. Wir radeln vorbei an der Cottbusser Ostsee und freuen uns über die auch heute wieder perfekten Radwege.


Ein Großteil des Weges fährst du auf dieser Etappe auf einem Deich entlang, der wirklich sehr schön ist und sich gut fahren lässt. Für uns ist die Etappe dennoch sehr schwer. Wir haben den ganzen Tag sehr starken Gegenwind mit Böen, die ein Vorankommen erschweren. Wenn du flexibel in deiner Planung bist, dann schaue auf jeden Fall vorab in die Wetter-App, dass du dir den Weg nicht schwerer machst als notwendig. Und kleide dich auf jeden Fall dem Wetter entsprechend. Mit einer guten Windjacke* frierst du auch bei starken Böen nicht so schnell.
Durch den Wind kommt uns eine Kuchenpause in Dissen sehr gelegen. Kurz darauf kannst du auch am Schlossberg/Bismarckturm bei Burg einkehren und nochmals eine wohlverdiente Pause einplanen. Letzteres ist ein kleiner Kulturschock, nachdem wir stundenlang kaum einen Menschen getroffen haben. Der Bismarckturm ist ein Anlaufpunkt für Touristen, entsprechend voll ist es an dieser Stelle auch, weshalb wir nach kurzem Aufenthalt lieber weiter radeln.
Die restliche Route geht wieder viel direkter am Wasser entlang. Sehr viel schöner kann eine Radtour, bis auf den Sturm, nicht sein. Nach ca. 87 Kilometern kommen wir mit dem Fahrrad wieder in Lübbenau an.


Gurkenradweg Etappe 3
Lübben – Lübben
Gurkenradweg Etappe 3. Unser dritter Radreisetag auf dem Gurkenradweg führt uns zunächst wieder zum Bahnhof. Heute startet unsere Tour in Lübben und soll nach gut 85 Kilometern auch wieder dort enden.
Die Wege führen uns heute zunächst wieder schön und ruhig durch den Wald. Du findest hier gut befahrbare Schotterpisten. Teilweise aber auch sehr glatten Asphalt. Alles wunderschön fahrbar, egal mit welcher Art Fahrrad.


Außer ein paar Rehen hier und da begegnen wir an diesem Tag fast niemandem. Wer Ruhe liebt, dem gefällt auch der Gurkenradweg. Nach einigen Kilometern verfahren wir uns leider kurz und müssen einen Umweg über eine Bundesstraße nehmen, was leider nicht ganz so schön ist.
Wie der Gurkenradweg an dieser Stelle ausgesehen hätte, davon müsst ihr euch nun leider selbst ein Bild machen. An vielen Ecken ist der Gurkenradweg lückenlos ausgeschildert und man sieht direkt, wohin man abbiegen muss. An anderen Ecken muss man schon selbst etwas genauer aufpassen, sonst landet man wie wir in der falschen Richtung.
Dadurch das du oftmals etwas abgelegen von der Zivilisation fährst empfehle ich dir auch etwas Werkzeug für den Notfall einzupacken. Also Dinge wie Flickzeug*, Fahrradpumpe*, oder Multitool* sollten auf jeden Fall bei deiner Tour im Gepäck sein.
Zwar gibt es heute wieder viele schöne Wege, doch es gibt auch einen großen Teil an Straße zu befahren. In den Tagen zuvor hatte sich das noch sehr ausgeglichen. Auf Etappe 3 führt der Gurkenradweg häufig über Straßen. Gut ist, dass diese kaum befahren sind, aber landschaftlich ist das nicht ganz so schön anzuschauen wie die Teichlandschaften an den Tagen zuvor. Aber kurze Highlights zwischendurch finden sich in den Waldabschnitten dennoch.


Kurz vor Alt Schadow ist nach 37 Kilometern die erste Möglichkeit zur Verpflegung, die direkt am Weg liegt, die Bruzzelbude. Insgesamt ist das Restaurantangebot auf dieser Etappe des Gurkenradweges eher dünn. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich vorher gezielt Restaurants in die Route einbauen und einen kleinen Umweg in Kauf nehmen oder sich direkt selbst etwas mitbringen.
Kurz nach unserem Stopp kommen wir an der Schleusenanlage in Leibsch vorbei. Hier kann man nochmal gut Pause machen und sich über die Anlage informieren oder einfach nochmal Pause machen. Die kommt an dieser Stelle sehr gelegen, weil es kurz danach den ersten und eigentlich auch einzigen Anstieg auf dem gesamten Gurkenradweg gibt.


In einem Waldstück geht es für dich nun bergauf. Ein großer Kontrast zur sonst komplett flachen Strecke, aber definitiv überwindbar. Und falls nicht, kannst du natürlich auch ein paar Meter schieben und hast somit etwas länger etwas von der Ruhe im Wald. Und die Abfahrt danach ist umso schöner. Einige Kilometer später kommt man dann nach ca. 84 Kilometern wieder am Bahnhof in Lübben an.

Gurkenradweg Etappe 4
Lubolz – Lubolz
Tag 4 auf dem Gurkenradweg und somit auch unsere vorerst letzte Etappe im Spreewald. Der Großteil des Rundkurses liegt bereits hinter uns, so haben wir nur noch den westlichen Teil vom Gurkenradweg von Lubolz nach Lubolz übrig. Mit ca. 40 Kilometern ist die Etappe etwas kürzer als die anderen, was nach vielen Stunden auf dem Sattel gar nicht verkehrt klingt.
Wir starten direkt am Bahnhof Lubolz und fahren wie schon die letzten Tage dem Wind direkt entgegen. Bis auf Windräder und Felder links und rechts gibt es heute wenig zu sehen. Hin und wieder durchqueren wir kurz ein Dorf, bevor es dann wieder zurück auf die Landstraße geht.

Bei Schönwald stehen wir völlig überraschend auf einmal vor einer Kart- und Motorsportbahn „Spreewaldring“. Da gerade eine Veranstaltung stattfindet, freuen wir uns darüber, kurz aus dem Wind und von der eintönigen Strecke Abstand nehmen zu können, und beobachten für kurze Zeit das bunte Treiben an der Strecke. Dann geht es aber auch schon wieder weiter für uns.
Der restliche Teil der Strecke verläuft ohne nennenswerte Highlights. Zwar ist der Untergrund auch auf diesem Teil des Gurkenradwegs wieder perfekt zum Radfahren, aber landschaftlich ist es sehr unspektakulär. Als wir nach 2 Stunden wieder am Bahnhof Lubolz ankommen, sind wir uns einig, dass wir diesen Teil der Strecke zwar gern der Vollständigkeit halber gefahren sind. Zukünftig würden wir ihn aber auslassen und uns auf die schönen Ecken mit Wald und Wasser beschränken.
Wenn du an diesem Teil der Tour aussteigst, kannst du ab Lubolz beispielsweise mit dem RE7 in Richtung Berlin oder in die andere Richtung nach Senftenberg weiterreisen.

Fazit
Rund 270 Kilometer habe ich mit meinem Fahrrad auf dem Gurkenradweg verbracht. Seit vielen Jahren hatte ich mir das bereits vorgenommen und nun hat es endlich geklappt. Rückblickend war meine Reise über den Gurkenradweg ganz anders, als ich erwartet hatte, aber dennoch gut.
Positiv finde ich auf jeden Fall die wirklich zu 98 % großartigen Wege. Ich hatte vorab gelesen, dass es teilweise so sandig war, dass man schieben muss. Das kann ich aus eigener Erfahrung nicht bestätigen. Bis auf ganz kurze Ausnahmen, die auch nicht dramatisch waren, waren alle Wege grandios zu fahren.
Die Abschnitte, an denen es durch die Natur ging, waren sehr idyllisch und man kann gut vom Alltag abschalten und sich auch über die ein oder andere tierische Begegnung (Rehe, Nutria, Vögel usw.) freuen.
Dass der Weg fast ausschließlich flach verläuft, finde ich auch sehr gut. Somit ist er wirklich für alle Menschen, die gern Rad fahren, geeignet, unabhängig von Fahrrad oder Fitnesslevel.

Ich selbst bin den Gurkenradweg mit dem Gravelbike gefahren. Für mich war das eine sehr gute Wahl, weil ich mit den Reifen* sowohl gut und schnell über Asphalt rolle als auch auf Schotterwegen ausreichend Grip habe. Die Wege sind allerdings so gut befahrbar, dass du es auch mit Rennrad, Stadtrad oder Trekkingbike gut fahren kannst.
Auch die vielen Bahnhöfe sind auf jeden Fall ein großes Plus. Das erleichtert es, einzelne Teilabschnitte zu fahren und die gesamte Tour sehr flexibel nach eigenen Wünschen und individuellem Zeitplan zu gestalten.
In den Städten Lübben und Lübbenau hat man richtiges Spreewaldfeeling und kann von dort (und auch anderen Orten aus) Kahnfahrten oder andere touristische Unternehmungen starten. Wer also etwas mehr Zeit mitbringt, kommt hier voll auf seine, kulturellen, Kosten.
Was mir nicht ganz so gut am Weg gefallen hat, waren die Anteile an Landstraßen. Zwar fuhren hier wirklich wenige Autos und man konnte ohne Angst vor Unfällen unbeirrt radeln, dennoch war vor allem die Etappe von Lubolz nach Lubolz landschaftlich nicht lohnenswert.


Ganz ohne Straßenanteile geht es oftmals nicht, das ist klar, aber es war mir in den letzten beiden Touren dann doch etwas zu viel da von. Für Leute, die gern Rennrad fahren und längere Touren planen, ist das aber wiederum sicherlich ein Pluspunkt für den Gurkenradweg. Je nachdem, was für eine Tourenplanung man sich vornimmt, kann also auch das ein Vorteil sein.
Insgesamt war meine Erfahrung auf dem Gurkenradweg aber durchaus positiv. Ich habe mich an der Stille und Weite erfreut und konnte das Radeln durch die Natur auf den wirklich tollen Radwegen sehr genießen. den Gurkenradweg würde ich jederzeit wieder fahren, dann aber den westlichen Teilabschnitt zwischen Lubolz und Lubolz aus meiner Streckenplanung streichen und nur den schönen Teil fahren.

Planst du auch eine Bikepackingtour über den Gurkenradweg? Dann schau doch gern vorher nochmal bei meinem Beitrag zum Thema Bikepacking Packliste vorbei. Oder planst du, den Weg in Teilabschnitten zu fahren? dann lies dir gern meine Empfehlungen für kurze Radtouren durch.
Oder bist du vielleicht selbst bereits über den Gurkenradweg gefahren? Dann teil doch gern deine Erfahrungen mit mir und anderen LeserInnen.
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